Rolfs N-Bahn
  Usedom
 
Urlaub 2008
 
 
Der Urlaub ist mal wieder zu Ende, wir hatten ein paar schöne Wochen auf der Insel Usedom.
Viel Natur, Sonne und Strand. Die Bahn ist aber auch nicht zu kurz gekommen. Die schmucken VTs der UBB sind ja auch nicht zu übersehen.

Zu Anfang möchte ich mit einigen Bilder Lust machen, auch einmal an die Ostsee zu fahren. Einfach mal anschauen.














































 
Das Ensemble Karniner Brücke
 
Mit der Entwicklung der Seebäder auf der Insel Usedom, zur Badewanne von Berlin, machte sich den Bau einer Eisenbahnlinie notwendig. Die Berlin-Stettiner-Eisenbahn-Gesellschaft erhielt 1873 die Baugenehmigung für eine Strecke über Duckerow, Swinemünde. Der Peenestrom wurde bei Karnin mit einer Drehbrücke überquert.
Aber ab 1936 bekam die Strecke eine weitere große Bedeutung, wurde doch in Peenemünde die Heeres Versuchsanstalt eingerichtet. Das dadurch steigende Verkehrsaufkommen brachte die alte Drehbrücken an ihre Leistungsgrenze und es waren nur noch Geschwindigkeiten bis 45 Km/h über die alte Brücke möglich.
Die neue Brücke wurde als eine Hubbrücke gebaut und konnte nach ihrer Fertigstellung 1933 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Km/h befahren werden. Um den Verkehr auch während dem Bau aufrecht zu halten, wurde die Karniner Brücke in zwei Teilen gebaut, so das immer ein Gleis der zweigleisigen Stecke befahrbar blieb. Ende Dezember 1933 wurde die Brücke endgültig dem Verkehr übergeben.
 
  Am 28 April 1945 wurden die Fundamente und die Brückenteile gesprengt, um die Roten Armee bei ihrem Vormarsch auf zu halten. Die Hubbrücke blieb aber erhalten, um der Kriegsmariene im Stettiner Haff den Rückzug nicht abzuschneiden. 

 





Die Hubbrücke zeigt sich auch heute noch in einem sehr guten Zustand, da bei ihrem Bau ein rostbeständiger Stahl verwendet wurde.

Da ein Teil der Strecke, nach 1945 auf polnischer Seite lag, kam es nicht wieder zu einem Wiederaufbau der Brücke. Somit war der Bahnverkehr auf der Insel Usedom zu einem echten Inselnetz geworden. Als einzige Zugang blieb nur noch die Fähre in Wolgast.

 

Der „Usedomer Eisenbahnfreunde e.V.“ hatte es sich zur Aufgabe gemacht ein besonderes Denkmalensemble in Karnin aufzubauen. So wurde das Bahnhofsgebäude restauriert, der Bahndamm wieder freigeschnitten und im Bahnhofsbereich Schienen gelegt. Zeitweise konnte man auch einige abgestellte Wagen besichtigen, die auf ihre Restauration warteten.








 
     
  Zum Ende der Ausstellung kam es am 06.03.2006. Auf einer Mitgliederversammlung wurde beschlossen den Bahnhof Karnin und eine Fläche von 1870 m² zu verkaufen. Den Verein scheint es heute 2008, zwei Jahre später auch nicht mehr zu geben. Habe ich doch keinen Link gefunden, der zu einer heute noch aktiver Homepage führt.

Durch eine freundliche Mitteilung wurde ich 2013 darauf aufmerksam gemacht das es den Verein doch noch gibt.
Auf deren sehr informatieve Seite möchte ich hier hinweisen.

www.karninerbruecke.eu/
 
     
 

Heute sind von den Bahnanlagen nur noch einige Reste zu sehen.
Einen Hinweis auf den Bahnhof findet man nur noch außerhalb des Bahnhofsgeländes. Das alte Bahnsteigschild steht in einer Grünfläche vor einem Wohhaus. An einer Garage sind noch ein Hinweisschild und eine SH2-Scheibe zu finden. Es ist schade, das hier wieder ein Stück Bahngeschichte verschwindet.
 
 

 
   

Geblieben ist nur noch der Bahndamm mit Resten des Bahnsteiges, an dem ungeschotterte Gleise liegen.

     
Noch im August 2006 waren in Karnin eine Lok und 3 Wagen zu sehen.
Foto Abraham

 

 

Bei der Lok handelt es sich um eine V10B.
Leider ist heute nicht mehr festzustellen um welche Lok es sich handelte.
Im Netz kann man zwei unterschiedliche Angaben finden.

www.inselbahn.de

Hier wird die Lok als die ehemalige Werkbahnlok der Peenewerft Wolgast identifiziert
Glaubhafter ist allerdings dieser Link.

www.werkbahnen.de

Demnach ist sie eine ehemalige NVA-Lok (Nationale Volksarme) und sie soll vor ihrer Aufstellung in Karnin, auf einem Abstellgleis bei Wolgast gestanden haben.

 

Die hier gezeigten Aufnahmen dürften die letzten Fotos gewesen sein, die von den Fahrzeugen gemacht worden sind.
Da die Fahrzeuge gewaltsam aufgebrochen wurden und als Abendteuerspielplatz missbraucht wurden, kam es zu einen immer größeren Verfall.
So sah sich der Verein gezwungen die Fahrzeuge zu entfernen.
Vermutlich sind die Fahrzeuge verschrottet worden, sollte da jemand andere Informationen haben, wäre ich für eine Information dankbar.

www.inselbahn.de





Foto Abraham  


 

Bei den Wagen soll es sich um die diese Wagen gehandelt haben.


ein ex DR Behelfs-Güterzuggepäckwagen (Gattung Pwghs?)
ein ex DRG Ci-28/29/30 ex DR Dienstaa 99-19 607-9
ein ex KPEV Di (zwischen 1884 und 1890!), bezeichnet als DR 831-307 Ci
 
  Foto Abraham
Die hier gezeigten Fotos von den Fahrzeugen wurden mir von Herr Harald Abraham und seinem Sohn zur Verfügung gestellt. Weitere sehenswerte Fotos von Herrn Abraham kann man hier anschauen.
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/765628
 



 
Schaut man vom Bahnsteig in Richtung der Hubbrücke, kann man rechts und links der Bahnsteige Betonelemente erkennen. Am rechten Bahnsteig ist ein Podest zu sehen, welches auf den Betonelementen ruht. Die Funktion dieser Anlage habe ich aber leider nicht in Erfahrung bringen können.

 
 
 
 

Ein weitere Rest eines Bauwerkes findet man am Ufer neben dem Bahndamm. Über deren Zweck ich auch nur Vermutungen anstellen kann. 

 

Ich dachte das es sich um den Sockel eines Kranes handelt. Zumindest war zu vermuten, das sich in der Mitte mal ein Drehzapfen befunden hatte. Weiterhin sind einige Bohrlöcher zu erkennen. So konnte man vermuten das sich dort einmal ein Zahnkranz befunden hat.

Juni 2013 - Nun habe ich eine Mitteilung bekommen, das ich mit meiner Vermutung völlig falsch lag. Ich möchte hier einen Auszug aus der Nachricht als Zitat  verwenden.
           

Ich bin ganz in der Nähe der Brücke aufgewachsen, daher erinnere ich mich recht gut was früher mal auf dem runden Sockel stand. Es war dort ein kleines Häschen drauf, ca. 2,5 Meter hoch, eine kleine Türe von der Molenseite. In dem Häuschen befand sich eine Messeinrichtung zum Ablesen der Wassertiefe oder des Höhenstandes, die Eisenplatte in der Mitte wurde später aufgebracht, Unfallvermeidung. Die Hütte war baufällig und wurde abgerissen.

April 2016 - Und wiederum habe ich von einem Besucher meine HP, eine Nachricht erhalten. Auch diese möchte ich hier als ein Zitat einfügen.

Der Sockel war kein Kran, sondern ein "2cm Flak Geschützstand". Einen weiteren gleichen runden Sockel, gab es an der Brücke, vom Bahnhof zum Hafen.
In den 70ger Jahren wurde auf dem Sockel eine Ziegelhütte gebaut. An dieser soll sich eine Leuchttafel mit weißen Lichtern angebracht wesen sein. Auf der Leuchttafel stand "Stopp Grenze mit Zahlen oder sowas ähnlichen".

Am Bahnsteig stand eine Wachbaracke, welche aus einem alten Wagong ohne Fahrwerke bestand. Die Wachbaracke wurde als Unterkunft für die Geschützbedienung und als Funkbude genutzt. Dort soll auch ein Flugbeobachter gesessen haben. Das Personal wurde von der Marine gestellt.

Ich bedanke mich bei Harald und Andre für die aufschussreichen Nachrichten.
           
Ich habe nun bei "Drehscheibe Online" ein Bild des Häuschen gefunden, welches beide Nachrichten bestätigt.
Das Foto entstand 1986.
www.drehscheibe-online.de/foren/read.php
Vielleicht gelingt es mir ja eine Genehmigung zu bekommen, das Foto hier zeigen zu dürfen.

Es wäre nun interessant zu wissen, wie der Sockel vor dem bau der Ziegelhütte aussah. Ich halte es weiterhin für möglich das der Sockel eine Flak-Stellung war. So habe ich ein Bild aus Berlin gefunden auf dem ein dazu passendes Geschütz zu sehen ist. 
berliner-unterwelten.de/files/flakturm_hh_geschichte_07_1.jpg


Weiter zum Teil 2: Die Usedomer Bäderbahn

 
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