Rolfs N-Bahn
  Ladekran
 

Der Ladekran in Kowary

   
     
   

Kowary, gelegen an der stillgelegten Strecke Myslakowice – Kamienna Gora, im Polnischen Teil des Riesengebirges.

 

Der Bahnhof muss einst eine größere Bedeutung gehabt haben. Heute ist das Bahnhofsgebäude vor Vandalismus gesichert, indem alle Fenster der unteren Etage zugemauert wurden.

Die Gleisanlagen kann man noch sehr gut erkennen. Auf der Ladestraße wurde früher landwirtschaftliche Produkte, Kohlen und Holz verladen. Aber sicher auch Produkte der ansässigen Textilindustrie.  
     
 
Sehr auffällig ist der große Ladekran, der gleich am Anfang der Ladestraße steht. Es ist ein Wunder das dieser bisher noch keinen Schrotthändler aufgefallen ist, ist es doch ein Technisches Denkmal was seines Gleichen sucht. 
Ich hatte leider keine Gelegenheit den Kran zu vermessen, aber das Foto gibt einen guten Eindruck von der Größe der Kranes.
     
     

Ich habe kein Typenschild oder einen sonstigen Hinweis auf den Hersteller gefunden. Somit ist es nicht möglich das Baujahr des Kranes fest zu stellen. 
Ich vermute mal das er irgendwann um 1900 gebaut wurde.

Es wäre auch interessant zu erfahren welche Lasten der Kran gehoben hat.

 
Der Kran ruht auf einem gemauerten Sockel der mit starken Steinplatten abgedeckt ist. Auf diesen Steinplatten ist der Kran mit Spannbänder befestigt. Außen an den Steinplatten waren einmal noch Befestigungen angebracht, von diesen sind nur ein paar Reste von Schrauben über geblieben. So ist auch deren Funktion nicht mehr erkennbar.  
Ich vermute das die Steinplatten durchbohrt sind und ein auseinander rutschen der Steinplatten verhindert wird, indem lange Rundeisen durch geschoben wurden, deren Enden verschraubt sind.

 
 
Lasten werden durch zwei Handkurbel angehoben. Eine Falle bewirkt das sich die Last nicht selbständig wieder absenkt. Wenn die Last gesenkt wird wird durch ziehen an einem Hebel die falle über eine Kette angehoben. Ein unkontrolliertes senke der Last wird verhindert indem beim ziehen ein Federband um die Bremsscheibe gespannt wird. Die Bremsscheibe und das Federband kann man auf der Antriebswelle erkennen.
     
   

Gedreht wird der Kran über eine weitere Kurbel, die über ein Winkelgetriebe auf den am Sockel befestigten Zahnkranz wirkt.

Der Ausleger ist auch interessant, er besteht aus vernieteten Rohren.

     
 
Da der Kran Ketten statt einem Seil hat, ist auch ein besonderer Kranhaken erforderlich. Ketten sind nicht so elastisch wie Seile und es könnte beim anheben von Lasten, durch einen plötzlichen Ruck auf die Kette kommen. Dadurch würden Kettenglieder bersten. Dies wird verhindert indem, in der Kranflasche 3 Federn integriert sind, die der Ruck dämpfen.
     
Englischer Handkran in Tönnig    
     
Ich habe von einem Bekannten einen Hinweis zu einen sehr ähnlichen Lastenkran in Tönning bekommen. Im Hafen am Fuß des historischen Packhauses steht ein englischer Lastenkran, aus dem Jahr 1834. Vergleicht man den Antrieb der beiden Krane, ist dieselbe Bauweise zu erkennen. So kann man sicher vermuten, dass es sich auch bei dem Kran in Kowary um einen englischen Kran aus dieser Zeit handelt. Auf jeden Fall ist das ein neuer Ansatzpunkt, um etwas zu der Herkunft des Kranes aus Kowary zu erfahren.
 
   
 


















Foto-Quelle

Handkran Tönning mit freundlicher Genemigung von Bernd Köster
Homepage Bernds N-Welt
     
 
 

Ein weiterer Kran stand oder steht in Hanau in der Werftstraße. In der dortigen Werft ist ein solcher Kran aus dem Baujahr 1869 zu sehen. Foto-Link Dieser Kran besitzt eine Überdachung aus Blech. Der Kran soll bis 1924 in Betrieb gewesen sein. Quelle Quelle Bei meinem nächsten Besuch in Hanau werde ich mir den Kran anschauen.


Bei Google Maps ist der Kran gut erkennbar.


   
Mich würde interessieren ob es noch weitere solcher Krane gibt. Einen habe ich auf einer Seite von Wikipedia gefunden. Dieser Kran steht in Mannheim, an der Kurpfalzbrücke direkt am Museumsschiff.   Link zum Kran
   

Für Hinweise auf weitere solcher Krane würde ich mich freuen.   Zum Kontaktformular    

 
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